Am Parkplatz Hohe Sonne präsentierte der Kulturgutschutz-Zug der Feuerwehr Eisenach seine Arbeit und führte anschließend eine Einsatzübung durch.
8. Etappe: Ascherbrück – Hörschel
Die achte Etappe der Rettertour führte Innenminister Georg Maier von Ascherbrück nach Hörschel. Auf dem Weg machte die Tour Station an der Hohen Sonne bei Eisenach. Dort standen zwei Vorführungen im Mittelpunkt, die eindrucksvoll zeigten, wie sich der Bevölkerungsschutz kontinuierlich weiterentwickelt – zum Schutz der Einsatzkräfte ebenso wie zum Erhalt wertvoller Kulturgüter.
Den Auftakt machte die Berufsfeuerwehr Eisenach mit der Vorstellung ihres Hygienekonzepts nach Brandeinsätzen. Herzstück ist ein zu einem Hygienesatz umgebautes kleines Löschfahrzeug, das direkt an der Einsatzstelle bereitsteht. Nach dem Einsatz können sich Feuerwehrleute dort nach einer festen Reihenfolge von kontaminierter Schutzkleidung trennen, ihre Stiefel grob reinigen, sich umziehen und mit sauberer Einsatzkleidung versorgen. Ziel ist es, eine Verschleppung gesundheitsschädlicher Stoffe zu verhindern und langfristige Gesundheitsrisiken für die Einsatzkräfte zu minimieren.
Zum Konzept gehören unter anderem Wechselkleidung, spezielle Daypacks zum Schutz vor Auskühlung sowie eine medizinische Erstversorgung mit Getränken und Elektrolyten. Die kontaminierte Kleidung wird konsequent getrennt von sauberer Ausrüstung transportiert und später fachgerecht dekontaminiert. Das Hygienemodul muss bereits einsatzbereit sein, wenn die ersten Trupps den Gefahrenbereich verlassen. Bei einer Live-Vorführung zeigte die Berufsfeuerwehr den Ablauf praxisnah. Innenminister Georg Maier lobte das durchdachte Konzept als vorbildliche Lösung, um Langzeitschäden bei Einsatzkräften zu verhindern, und hob die Kreativität hervor, mit der Feuerwehren immer wieder praxistaugliche Lösungen entwickeln.
Als Zeichen der Anerkennung wurde der Berufsfeuerwehr Eisenach anschließend der Pokal „Respekt den Rettern“ überreicht – verbunden mit einem ausdrücklichen Dank für ihren täglichen Einsatz.
Im zweiten Programmpunkt ging es um den Schutz von Kulturgütern im Katastrophenfall. Vorgestellt wurde der Kulturgutschutzverbund, der Einrichtungen dabei unterstützt, sich auf Schadenslagen wie Brände oder Hochwasser vorzubereiten. Mithilfe eines Ampelsystems wird bereits im Vorfeld festgelegt, welche Kulturgüter im Ernstfall vorrangig gesichert werden müssen. Ergänzend stehen spezielle Bergebehälter, Schutzfolien und weitere Hilfsmittel bereit. In Weimar gehört beispielsweise sogar ein Kühlwagen zur Ausstattung, um besonders empfindliche Objekte im Bedarfsfall zu schützen. Die Vorführung machte deutlich, wie wichtig eine frühzeitige Vorbereitung ist, um das kulturelle Erbe auch in außergewöhnlichen Schadenslagen bewahren zu können.
Nach den Vorführungen an der Hohen Sonne setzte Innenminister Georg Maier die Wanderetappe bis nach Hörschel fort. Begleitet wurde er dabei von Markus Weigelt, Leiter der Berufsfeuerwehr Eisenach, Daniel Dietrich, Fraktionsvorsitzender der SPD im Eisenacher Stadtrat, sowie Martin Balsam von der Feuerwehr Eisenach. Während der gemeinsamen Wanderung bot sich erneut die Gelegenheit zum persönlichen Austausch über die Herausforderungen im Brand- und Katastrophenschutz sowie über das Ehrenamt.
In Hörschel angekommen, vollzog der Minister schließlich das traditionelle Ritual am Beginn des Rennsteigs und warf den Rennsteigstein in die Werra. Anschließend wurde die Wandergruppe von Bürgermeister Dr. Christian Hell begrüßt. Er stellte die umfassende Neugestaltung des Areals am Rennsteigbeginn/ -ende vor. Aus dem früheren Schotterparkplatz ist ein moderner und attraktiver Ausgangspunkt für Wanderinnen und Wanderer entstanden – mit neu gestaltetem Parkplatz, Bootsanlegestelle an der Werra, Spielplatz, Gastronomie und Bahnanbindung. Dadurch habe der berühmteste Wanderweg Deutschlands erheblich an Qualität gewonnen und der gesamte Ort profitiere von der Aufwertung.
Im anschließenden Austausch wurde auch über den weiteren Ausbau der Radwege gesprochen. Hier sehen die Beteiligten noch großes Entwicklungspotenzial, um den Tourismus und die nachhaltige Mobilität in der Region weiter zu stärken, wobei man aber auf einem guten Weg sei.
Den Abschluss des Tages bildete eine Thüringer Bratwurst in geselliger Runde.